Brauche ich ein Geschäftskonto als Selbstständiger?

Für manche selbstverständlich, für andere verpflichtend und wieder für andere optional: Die Rede ist vom Geschäftskonto. Brauch ich als Selbstständiger ein Geschäftskonto?

Diese Frage gehört zu den häufigeren, die man gestellt bekommt wenn man als Gründer andere über die Selbstständigkeit informiert.

Heutzutage ist ein Konto schnell erstellt. Doch wann ist es wirklich nötig – und sollte ich auch eins haben, selbst wenn ich nicht verpflichtet bin eines zu führen? Fragen über Fragen die wir in diesem Beitrag klären wollen.

Ein Konto für Selbstständige – ein Überblick

Wer seinen Gedanken Taten folgen lassen will, der wird schnell erkennen: Selbst das Gründen eines Unternehmens oder die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit ist keineswegs kostenlos. Aber wie werden die ersten Leistungen bezahlt?

Bei der Gründung meiner GmbH wurde bei uns damals Bargeld verlangt. Das hat uns ziemlich aus dem Konzept geworfen, da wir mit Bargeld nichts zu tun haben. Und wenn ich sage nichts, dann meine ich nichts. Das ist bis heute so.

Es ist nach wie vor eine von sehr wenigen Transaktionen die wir im Rahmen unserer mittlerweile fast dreijährigen Tätigkeit Bar bezahlt haben. Wer jedoch eine GmbH gründet, der braucht zwingend ein Geschäftskonto. Schließlich müssen die 12.500 bzw. 25.000 Euro Stammkapital eingezahlt werden. Geld ist also da und konnte für die Gewerbeanmeldung abgehoben werden.

Wer vorhat eine GmbH zu gründen, der sollte frühzeitig mit dem Kreditinstitut seiner Wahl Kontakt aufnehmen: Im Gegensatz zum Girokonto ist das Geschäftskonto aufwendiger zu eröffnen – das war zumindest unsere Erfahrungen. Lediglich ein Geldinstitut war in der Lage uns kurzfristig ein Konto zu eröffnen – da sind wir bis heute. Doch nicht jeder der sich selbstständig macht, der tut dies im Rahmen einer GmbH.

Benötige ich ein Geschäftskonto wenn ich als Einzelperson selbstständig bin?

Nein. Das ist zumindest die kurze und richtige Antwort. Ob dieses Vorgehen empfehlenswert ist steht auf einem ganz anderen Blatt. Aber Step-by-Step. Wer als Einzelperson gründet, der ist nicht dazu verpflichtet ein Geschäftskonto zu eröffnen.

Aus den Einnahmen wird der Lohn der selbstständigen Person gezahlt. Am Ende des Geschäftsjahres muss eine Einnahmen-Überschussrechnung oder Bilanz abgegeben werden (Stichwort Kleinunternehmerregelung).

Dabei kann das private Konto für Ein- und Auszahlungen genutzt werden die dem geschäftlichen Zweck dienen. Von diesem Vorgehen ist jedoch stark abzuraten. Ganz gleich wie der private Umgang mit dem Privatkonto ist – wenn auch geschäftliche Transaktion darüber ablaufen wird alles komplizierter und aufwändiger nachzuhalten.

Banken sehen die Verwendung von Privatkonten zu geschäftlichen Zwecken ebenfalls nicht gern. Um Ärger zu vermeiden sollte, falls du dich für diese Methode entscheidest, ein Blick in die AGB geworfen werfen. Nicht, dass dir die plötzliche Kündigung droht, wenn du dein privates Konto für deine Selbstständigkeit nutzt.

Die „Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung“ setzen weitere, wichtige Richtlinien hinsichtlich der Buchführung und Rechnungsstellung. Dort heißt es unter anderem:

  • Grundsatz der Klarheit und Übersichtlichkeit
    Eine klare und übersichtliche Buchführung steht im Mittelpunkt, damit auch sachverständige Dritte diese nachvollziehen können
  • Belegprinzip
    Jedem Geschäftsvorfall muss ein Beleg zugrunde liegen

Es gibt weitere Richtlinien, doch allein diese zwei schaffen die Begründung für die Anschaffung eines Geschäftskontos: Es ist transparenter, die Trennung fällt leichter und es ist klar für welche Transaktionen welche Regeln gelten.


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Tipps für die Wahl des richtigen Geschäftskontos

Bei einem Geschäftskonto für Selbstständige sollten mehrere Punkte beachtet werden!
Für die richtige Auswahl des passenden Geschäftskontos sollte sich ausreichend Zeit nehmen. Die meisten Informationen findet man online.

Bevor ein Geschäftskonto eröffnet wird, sollte sich über den Funktionsumfang Gedanken gemacht werden.

So ist es nicht ungewöhnlich, dass der Steuerberater einen lesenden Zugriff erhält.

Für die Umsetzung gibt es mehrere Möglichkeiten – aber welche stehen bereit?

Hier müssen Bank und Berater auf einen Nenner gebracht werden. Eine weitere wichtige Frage vorab ist die Anzahl der bevollmächtigten Personen.

Auch wenn online Banken wie n26 oder Kontist interessant sind, so sollte hier genau in den aktuellen AGB und Leistungsbeschreibungen nachgeschlagen werden, für wie viele Personen das Konto geeignet ist. Wer zu zweit gründet, der kann hier schon an die Grenzen der neuen Kreditinstitute gelangen.

Sind diese wichtigen Fragen geklärt, solltet ihr weitere Punkte bei der Auswahl berücksichtigen:

  1. Was kostet die Ausstellung von EC- und Kreditkarten im Jahr?
  2. Ist ein Kontokorrentkredit (der geschäftliche Dispositionskredit) enthalten?
  3. Wie hoch sind die Zinsen für die Überziehung des Kontos?
  4. Gibt es eine Höhe von Mindestgeldeingängen?
  5. Wie hoch sind die Monatsgebühren?
  6. Wie hoch sind die Gebühren für einzelne Transaktionen?
  7. Welche Möglichkeiten zur Authentifizierung stehen zur Verfügung?
  8. Weiteres, was einem wichtig ist (z.B. Telefonbanking möglich?)

Für euer Geld auf der Bank erhaltet ihr keine Zinsen mehr. Diese Frage ist also obsolet. Vielleicht zahlt ihr sogar Strafzinsen bei höherem Guthaben. Dass ist aber dann ein anderes Problem.

Geschäftskonto als Selbstständiger – ja oder nein?

Unbedingt. Auch wenn durch die Eröffnung eines Geschäftskontos Kosten entstehen, so ersparst du dir Zeit, schaffst Transparenz und hast die Möglichkeit auf einen Blick zu sehen wie es um das Vorhaben der Selbstständigkeit bestellt ist.

Denn wenn mehr Geld vom Konto geht als reinkommt, dann ist das direkt auf dem Geschäftskonto zu sehen. Auch das Bilden von Rücklagen sollte nicht vergessen werden. Auf einem Geschäftskonto ohne Probleme möglich.

Falls es gut klappt mit der Selbstständigkeit, so kommst du vielleicht bald in die Situation auch anderen den Zugriff auf das Konto gewähren zu lassen. Wenn es bis dahin dein privates Konto war, so bist du spätestens jetzt gezwungen hier eine Möglichkeit zu schaffen. Das Problem lässt sich mit überschaubaren Mitteln frühzeitig lösen. Nicht am falschen Ende sparen ist mein Schlusswort!


Vielen Dank, dass du den Blogbeitrag bis zum Ende gelesen hast!

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