Kleinunternehmerregelung – Umsatzgrenze steigt auf 22.000 Euro

Die Kleinunternehmerregelung ist für die Menschen interessant, die nebenberuflich aber selbstständig etwas tun wollen. Kleinunternehmer kann sein, wer im laufenden Geschäftsjahr nicht mehr als 50.000 Euro und im vergangenen Jahr weniger als 17.500 Euro eingenommen hat.

Die Grenze für das abgelaufene Geschäftsjahr wird 2021 erstmals seit 2004 auf 22.000 Euro angehoben. Das ermöglicht es vielen Selbstständigen auch weiterhin von der Kleinunternehmerregelung zu profitieren. Einige Punkte gibt es nach wie vor zu beachten!

Die Kleinunternehmerregelung ist interessant für die, die etwas Kleines starten!

Disclaimer: Dies ist keine steuerliche Beratung – alle Angaben sind ohne Gewähr

Ob als DJ in der Disko, als online Marketing Experte oder schlichtweg als Programmierer auf selbstständiger Basis. Die Liste kann mit beliebigen Tätigkeiten auf selbstständiger Basis fortgeführt werden – am Ende muss jedoch eine Rechnung geschrieben werden. Und wer damit beginnt eine Tätigkeit mit Gewinnabsicht aufzunehmen, der muss ein Gewerbe anmelden.

Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen: Halb so wild. Das meiste an Arbeit kommt erst nach der Gewerbeanmeldung. Die Formulare für die Anmeldung eines Gewerbes selber werden von zahlreichen Städten online bereitgestellt. So sieht es z.B. von der Stadt Gelsenkirchen aus:

Gewerbeanmeldung der Stadt Gelsenkirchen
Die meisten Daten sind selbsterklärend. An dieser Stelle ist wenig Hilfe nötig. Quelle: gelsenkirchen.de

Etwas spannender wird es auf der Folgeseite des Beispiels. Dort muss nämlich definiert werden, welche Tätigkeit genau aufgenommen wird. Zusätzlich werden weitere wichtige Information wie das Vorhandensein von diversen Erlaubnissen abgefragt (z.B. bei Handwerksbetrieben).

Gewerbeanmeldung bei der Stadt Gelsenkirchen - die Kleinunternehmerregelung wird hier nicht festgelegt.
Erst auf der zweiten Seite der Gewerbeanmeldung geht es um die inhaltliche Tätigkeit. Quelle: gelsenkirchen.de

Wenn die Gewerbeanmeldung geschafft ist, dann dauert es nicht lange bis die Post vom Finanzamt einflattert. Bei den von mir angemeldeten Gewerbetätigkeiten habe ich stets einen DIN A4 Kuvert mit dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung erhalten. An dieser Stelle geht es direkt ums Eingemachte: Umsätze müssen geschätzt, Angaben zur Abführung der Umsatzsteuer angegeben und Informationen zu beteiligten Personengesellschaften getätigt werden.

Wer mit einem Nebengewerbe startet, der wird viel von dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung nicht ausfüllen müssen, da es schlichtweg nicht relevant ist. Berücksichtigt werden muss an der Stelle, dass dieser Fragebogen für alle Arten der steuerlichen Erfassung gemacht worden ist. Vom eBay-Shop aus China der die Waren aus Duisburg verkauft bis hin zur neu gegründeten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Hinweis: Wer von der Kleinunternehmerregelung gebrauch machen will, der muss bzw. sollte bei 7.3 Kleinuntermehr-Regelung den Haken bei „Der auf das Kalenderjahr hochgerechnete Gesamtumsatz wird die Grenze von 17.500 EUR voraussichtlich nicht überschreiten“ setzen. Die hier erwähnte Grenze von 17.500 Euro wurde nun auf die oben erwähnten 22.000 Euro angehoben. Gesetzliche verankert ist diese Regelung im Umsatzsteuergesetzt (UStG) § 19 – Besteuerung der Kleinunternehmer.

Kleinunternehmer profitieren von den aufgezeigten Vorteilen: „In Rechnungen wird keine Umsatzsteuer gesondert ausgewiesen und es kann kein Vorsteuerabzug geltend gemacht werden.“ Das ist ein Vorteil, da der Aufwand zur Buchhaltung geringer ist, eine Umsatzsteuer-Voranmeldung nicht abgegeben werden muss und am Ende des Geschäftsjahres eine einfach „Einnahmen-Überschuss-Rechnung“ (EÜR) genügt.

Diese Punkte sollten stets beim Gebrauch der Kleinunternehmerregelung beachtet werden:

Die neue Grenze von 22.000 Euro beinhaltet keinen Spielraum. Es ist eine fixe Grenze – und wer über der Grenze liegt, der kann für das kommende Geschäftsjahr kein Gebrauch von der Regelung machen – auch dann nicht, wenn man sicher ist dass die Grenze von 22.000 Euro in diesem Jahr nicht überschritten wird.

Wer hingegen unter 22.000 Euro bleibt und nicht mehr als 50.000 Euro Umsatz erwartet, der kann in der Regelung bleiben. Diese Prozedur gilt Geschäftsjahr für Geschäftsjahr. Wer seinen Betrieb mitten im Jahr aufnimmt, der muss eine anteilige Rechnung durchführen. Ein im Dezember gegründetes Unternehmen darf also nicht im gleichen Monat 22.000 Euro Umsatz machen – sondern „nur“ 1.883,32 Euro (22.000 Euro/12 Monate = 1.883,32 Euro).

Dabei ist die Rede stets vom Umsatz. Der Gewinn, der am Ende des Tages unter dem Strich steht, spielt für die Inanspruchnahme der Kleinunternehmerregelung keine Rolle. Wer nicht die Geduld hat sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen, der sollte einen Steuerberater konsultieren. So lassen sich böse Überraschungen vermeiden und gerade am Anfang Zeit und Kraft sparen.


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