Was ist eine GmbH?

Eine GmbH ist eine in Deutschland übliche Rechtsform und eine Kapitalgesellschaft. Dadurch wird diese auch als juristische Person bezeichnet.

Die Namensgebung wird hauptsächlich durch die Haftung auf das eingezahlte Kapital bestimmt: Die Abkürzung steht für „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“. Doch im Gegensatz zur Einzelunternehmung unterliegt die GmbH einer hohen Anzahl an Auflagen.

Schauen wir uns in diesem Beitrag an was es zu beachten gilt und wann sich lohnen kann.

Die GmbH ist die beliebteste Rechtsform bei Betriebsgründungen

Rund 40% der Betriebsgründungen, so teilt es das statistische Bundesamt mit, finden im Form der GmbH statt. Doch warum ist diese Form so beliebt? Ein großer Vorteil liegt für die Gründer in der beschränkten Haftung.

Es muss also nicht mit dem Privatvermögen gehaftet werden, sondern „nur“ mit dem eingesetzten Kapital. Die Höhe der Stammeinlage ist ganz klar im Gesellschaftsvertrag festgelegt und darauf begrenzt. Es ist also ein kalkulierbares Risiko für die Gründer.

Eine beschränkte Haftung klingt für Gründer natürlich sehr interessant. So gelingt es schließlich gut privates und berufliches zu trennen – vor allem auch Vermögenswerte. Doch nun wirft sich direkt die nächste Frage auf.

Was kostet es eine GmbH zu gründen?

Auf den Euro genau lassen sich die Kosten einer GmbH nicht beziffern. Der Löwenanteil wird jedoch für das Stammkapital aufgebracht werden müssen. Dieses beträgt 25.000 Euro. Sind mehrere Gesellschafter beteiligt, so kann die Summe aufgeteilt werden. Bei fünf Gründern wären es 5.000 Euro pro Kopf bei einer gleich Aufteilung der Anteile. Die Summe muss nicht gleich verteilt sein.

Doch bei diesen Kosten bleibt es nicht. Der Gesellschaftsvertrag muss von Notar bearbeitet werden. Aber auch einen Steuerberater zu konsultieren macht durchaus Sinn. Die Anforderungen an die Bilanzierung sind höher als z.B. bei der Einzelunternehmung. Es gibt zahlreiche Gesetze die sich auf die Errichtung, Vertragsverhältnisse, Vertretung der Geschäftsführung etc. beziehen.

Die Kosten für den Notar werden auf jeden Fall fällig. Die des Steuerberaters fallen natürlich nur an, wenn du auch einen konsultierst. Bei der Gründung meiner GmbH wurden ca. 1.100 Euro Notarkosten fällig – es war jedoch nicht nur eine GmbH die gegründet wurde. Interessant vielleicht für den einen oder anderen: Der Notar kann vom eingezahlten Stammkapital bezahlt werden. Wenn die Rechnung vom Notar kommt, muss das Stammkapital nämlich schon eingezahlt worden sein.


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So läuft die Gründung einer GmbH ab!

Das Stammkapital ist unverzüglich nach der Unterschrift des Gesellschaftervertrages fällig. Es muss auf das eröffnete Geschäftskonto eingezahlt werden. Das Konto kann mit dem unterzeichneten Gesellschaftsvertrag eröffnet werden. Es macht aber Sinn bereits Wochen vorher einen Bankberater zu kontaktieren. Gerade die Eröffnung von Geschäftskonten wird von den viel gefragten Geschäftskundenberatern durchgeführt.

Hinweis: Bei der Gründung kann auch vorläufig die Summe von 12.500 Euro eingezahlt werden. Die Hälfte der Stammeinlage ist also zwingend notwendig. Die weitere Hälfte sollte bald eingezahlt werden. Wenn es mit dem Betrieb nicht klappt, so haften die Gesellschafter aber mit dem Kapital, dass Sie einzahlen hätten müssen. Es macht also Sinn diese Summe alsbald einzuzahlen.

Bist du mit dem Kontoauszug ausgestattet auf dem zu entnehmen ist dass die Stammeinlage gezahlt worden ist, kehrst du zurück zum Notar und lieferst ihm diese Information. Er veranlasst alles weitere und benachrichtigt z.B. das Registergericht. Die Eintragung in das Handelsregister ist dann in ca. 4 Wochen erfolgt.

Wenn du mit deiner GmbH dann schon aktiv werden willst musst du das Kürzel „i.Gr.“ führen. Es bedeutet, dass die Eintragung noch nicht erfolgt ist. Es muss auf allen Visitenkarten, T-Shirts und auch im Impressum der Webseite stehen. Wenn es möglich ist, dann warte die Zeit bis zur Eintragung ab – dann kannst du alles veranlassen ohne es nach kurzer Zeit wieder ändern zu müssen.

Sind alle GmbHs gleich?

Grundsätzlich ist sie immer gleich, es werden jedoch Unterschiede gemacht – gerade wenn es auf den Arbeitgeber ankommt. So werden die meisten Arbeitgeber nicht gestatten, neben der Vollzeitbeschäftigung auch eine GmbH zu gründen. Es gibt aber das Konstrukt der vermögensverwaltenden GmbH. Aus steuerlichen Gesichtspunkten kann sich die Errichtung dieser für tendenziell wohlhabendere Menschen lohnen. Der Gewinn muss jedoch die Kosten für den Jahresabschluss und ggbfs. den Steuerberater übersteigen.

Fazit – eine GmbH gründen? Das sollte wohl überlegt sein!

„Ich habe meine eigene GmbH“ klingt wirklich nett. Doch die damit einhergehenden Pflichten sind nicht zu verachten. Wer eine kleine Geschäftsidee hat, der sollte zuerst eine andere Rechtsform wählen. Für kleine Nischenseiten lohnt sich deren Errichtung erst ab höheren Einkünften – für die meisten ist das uninteressant. Hier ist die Einzelunternehmung, GbR oder UG (haftungsbeschränkt) die sinnvollere Alternative.

Wenn deine zu erwartenden Einnahmen geringer als 22.000 Euro sind, dann solltest du sogar darüber nachdenken von der Kleinunternehmerregelung gebrauch zu machen.

Gerade in Bereichen, in denen die Haftung ein ernstzunehmendes Risiko für die Gesellschafter darstellt, ist die GmbH sinnvoll: Maschinenbau, Beratung oder Bauunternehmungen (uvm.)


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