Was ist eine Nischenseite?

Viele haben schon einmal eine Nischenseite aufgerufen – nicht jeder weiß jedoch, was genau dahintersteckt. Warum betreiben Menschen Webseiten über Kaffemaschinen, Milchschäumer und Yoga-Matten?

Dabei steckt bei so manchen Webseiten mehr Arbeit hinter als auf den ersten Blick ersichtlich ist. Wer auf der Suche nach Informationen ist, der kann sich durch diese Art von Webseite schnell informieren. Sprechen wir mal im Detail über diese speziellen Seiten, deren Zweck und Gefahren, die mit dem Betrieb einhergehen können.

Was ist eine Nischenseite?

Eine Nischenseite ist eine Webseite mit einem sehr starken Fokus auf ein einziges Thema hat. Viele dieser Webseiten haben das Produkt, um das es geht, häufig direkt in der Domain (z.B. PC-Lautsprecher.de). So wird durch die Webseitenbetreiber erhofft von besseren Rankings bei Google, Bing und DuckDuckGo profitieren zu können. Das Schlüsselwort um dass es geht kommt schließlich auf jeder Seite der Webseite vor.

Diese Webseiten haben also durchaus einen Zweck: Potenzielle Käufer eines Produktes sollen die Webseite bei einer Recherche in Suchmaschinen aufrufen, sich informieren und Produktlinks anklicken. Dazu werden mehr oder weniger hilfreiche Inhalte erstellt und kostenfrei bereitgestellt.

Was bringt es dem Webseitenbetreiber, wenn Besucher auf Produktlinks klicken?

Nun kommen wir zu dem Punkt, wo der Hase im Pfeffer liegt: Durch das Klicken auf Produktlinks wird der Kaufinteressent auf eine andere Webseite geleitet. Eine Webseite, die das Produkt zum Verkauf anbietet. Hat der Kaufinteressent nun ausreichend Informationen gesammelt und kauft das Produkt im verlinkten Shop, dann erhält der Betreiber der Nischenseite eine Provision.

Der Anbieter von dem Partnerprogramm hat beim Empfang des Besuchers einen Cookie mit dem Hinweis gesetzt, dass dieser durch eine Empfehlung auf die Webseite kam. Es gibt Cookies die haben eine Laufzeit von bis zu 10 Jahren. Beim Amazon Partnerprogramm behält der Cookie eine Gültigkeit von 24 Stunden. Die Provisionen des riesigen online Shops reichen von 0% bis 12% pro Verkauf.

Amazon Partnerprogramm - Provisionen
Die Höhe der Provisionen, die von Amazon gezahlt werden, unterscheidet sich von Kategorie zu Kategorie und berücksichtigt, ob der Klick qualifiziert oder unqualifiziert war. (Stand 01/2021) Quelle:amazon.de

Andere, meistens digitale Produkte, sagen einen erheblich höheren Anteil an Provisionen zu. Die höchsten mir bekannten Provisionen belaufen sich auf bis zu 40%. Andere Produkte zahlen hingegen nur geringere Provisionen – dafür aber eventuell lebenslang. Das ist mit Hinblick auf das oft erstrebenswerte „passive Einkommen“ der heilige Gral. Jährlich, quartalsweise oder monatlich kommt es dann zu Auszahlungen.

Schwarze Schafe haben den Ruf von Nischenseiten ruiniert

Das Bereitstellen, und vor allem Erstellen von Texten, erfordert viel Arbeit. Arbeit, die am Ende mit einer Provision entlohnt werden kann. Auch hier gibt es Menschen die eine Abkürzung nehmen wollen. Das Kopieren von Texten, Webseiten und Ideen ist ein Ärgernis für die Urheber der eigentlichen Idee. Und auch wenn das „Duplicate Content“ von Google in der Regel abgestraft wird, so hat man am Anfang Ärger mit dem Vorfall.

Dazu kommt, das viele Menschen nicht nur nach Produkten selber sondern direkt nach Tests, Untersuchungen oder Reviews schauen. In der Vergangenheit haben viele Betreiber von Nischenseiten diese Keywords aufgegriffen (z.B. PC-Lautsprecher-Test.de) um Kaufinteressenten anzulocken.

Ein richtiger Test wurde aber nie durchgeführt. Es wurden lediglich Informationen gesammelt und präsentiert. Das will man als Kunde und als Verkäufer nicht. Das sieht die Verbraucherzentrale Bundesverband wie auch die Bundesregierung als Problem. Aus diesem Grund wurden einige Nischenseiten abgemahnt.

Es gibt aber auch Vorzeigebeispiele

Webseiten die ein Problem lösen oder ein Produkt tatsächlich untersucht haben stellen hingegen einen großen Mehrwert für Kunden dar. Einige Produkte sind schlichtweg kompliziert und erfordern eine große Recherche im Vorfeld.

Ein Vorzeigebeispiel gibt es aus den vereinigten Staaten: Wirecutter ist ein Portal, dass sich ausschließlich dem Testen von Produkten gewidmet hat – und das sogar sehr erfolgreich. Die Texte der Untersuchungen sind teilweise 10.000 Wörter lang und werden von Google regelrecht geliebt. Bei Begriffen wie „Best Laptop“ oder „Best Toaster“ wird das Unternehmen in den Suchergebnissen gelistet.

Da es sich oft auch um technische Produkte handelt, ist der Aufwand der Pflege hoch. Texte werden regelmäßig überarbeitet, ergänzt und es wird sogar vor Produkten gewarnt – nämlich dann, wenn bald ein Update ansteht. Wer sich also im August für ein neues iPhone interessiert, der wird gewarnt: Bald erscheint ein neues – warte mit dem Kauf!

Wie sich die Seite finanziert? Über Produktempfehlungen. Das Vertrauen der Community wurde dabei so aufwändig erarbeitet, dass selbst die New York Times das Geschäftsmodell für sich entdeckt hat und die Seite im Jahr 2016 für knapp 30 Millionen USD gekauft hat – anstatt sie nachzubauen. Die Seite selber ist nämlich nicht das was gekauft worden ist – es ist das Vertrauen und die Qualität. Ganz nach dem Motto „ehrlich währt am längsten!“

Eine Nischenseite sollte heute als digitaler Kaufberater angesehen werden: Kaufinteressenten werden Informationen aufgezeigt, die bei der Kaufentscheidung helfen. Wenn dieser Anspruch erfüllt wird, dann hat die Nischenseite auch eine Existenzberechtigung und bietet Möglichkeiten im Internet Geld zu verdienen. Doch das ist leichter gesagt als getan – und übersteigt eben das bloße Sammeln und bereitstellen von Informationen.

Eine Nischenseite die ich persönlich sehr gut umgesetzt finde ist gamer-stuhl.de. Der Besuch der Webseite macht einen seriösen Eindruck:

  • hochwertiges Logo
  • ordentliche Menüführung und
  • benutzerfreundliches Abholen mit der Hilfe vom GuidePlugin

Diese Seite unterscheidet sich eklatant von zahlreichen anderen Seiten. Natürlich zielt auch diese Webseite auf das Verdienen von Geld im Internet ab – hilft jedoch tatsächlich bei der Auswahl des passenden Stuhls und bietet so einen Mehrwert. Wie viele Einnahmen die Seite macht ist nicht bekannt. Aber ca. 3.000 Personen finden jeden Monat lt. ubersuggest auf die Webseite.

Gamer-Stuhl Statistiken
Gamer-Stuhl hat mehrere Tausend Besucher im Monat. Quelle:neilpatel.com

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Lohnt sich heute noch eine Nischenseite?

Wer schnell viel Geld im Internet verdienen will, für den ist zumindest der Aufbau einer Nischenseite nicht die richtige Wahl. Neben Texten können auch richtige Tests sinnvoll sein. Diese kosten jedoch Geld und noch mehr Zeit. Wer sich Texte schreiben lässt, der muss noch intensiver in Vorkasse gehen. Bei umfangreichen Projekten können das direkt mehrere Tausend Euro sein.

Gerade für Anfänger ist das eine große Wette, denn die Antwort auf die Frage „Habe ich eine lukrative Nische erwischt?“ lässt sich erst nach mehreren Monaten Arbeit beantworten. Doch das Bereitstellen von aggregierten Informationen kann für Anfänger ein erster Einstieg sein um ein Gefühl für den Aufwand zu bekommen, der mit der Erstellung einer Website einhergeht.

Mein Tipp für Menschen die herausfinden wollen ob der Aufbau einer Nischenseite etwas für sie ist: Sucht nach einem Problem das ihr mit der Hilfe einer Webseite lösen wollt. Das muss nicht  das nächste Uber, Spotify oder Amazon werden – es genügt ein kleines Problem (Laminat richtig kleben, Luftfeuchtigkeit aus dem Auto entfernen, Autobatterie richtig laden usw.)

Wenn Ihr es geschafft habt Besucher auf eure Webseite zu bekommen die Rat suchen – macht euch dann Gedanken über eine mögliche Monetarisierung. Am Ende müssen es nicht ausschließlich Produktempfehlungen sein – auch Banner-Werbung, gesponserte Beiträge, Linkverkauf oder andere Wege stehen euch dann offen.


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